Der Präsident ist nun auch König

Der Präsident ist nun auch König

Bei Idealbedingungen feiert unsere St. Hubertus Schützengilde 4 Tage in Stenern.

Wieder deutlich über 300 Schützen beim Antreten Samstag. Spielmannszug Barlo spielt seit 75 Jahren auf dem Fest. Der Präsident holt den Vogel mit dem 165. Schuss von der Stange. Über 100 Jungen und Mädchen beim Vogelschießen für Kinder. Der Major macht seine letzte Meldung unter besonderen Umständen.


„Stenern goes Malle“ mit Flash-Thron

Mit einer gut besuchten Jugenddisco am Freitag unter dem bekannten Motto „Stenern goes Malle“, zu der auch der amtierende König Felix mit seiner Königin Greta eine beachtliche Gruppe von Freunden und Schützen zu einer Art Flash-Thron eingeladen hatte und schon früh am Abend für Stimmung sorgten, starteten die Schützen in Stenern traditionell ihren Saisonhöhepunkt – das Schützenfest.

Zuvor hatte das Team aus Vorstand, Offizieren und Fahnenschwenkern zusammen mit den Gildemeistern das Gelände In der Dille rund um die Mehrzweckhalle und diese selbst zum Treffpunkt und einladenden Eventgelände hergerichtet. Die teils hochsommerlichen Temperaturen machten die Arbeiten gelegentlich zu einer schweißtreibenden Angelegenheit, taten der Vorfreude aber keinen Abbruch – ganz im Gegenteil. Zudem wurden mit dem kurzen kräftigen Gewitter wenige Stunden vor der ersten Veranstaltung auch noch etwas mildere Wetterbedingungen eingeleitet.

Etwa 330 Schützen trafen sich am Samstag dann zum ersten großen protokollarischem Akt: dem Ausholen des amtierenden Königs, kurz nachdem Pfarrer van Straelen noch eine gut besuchte und mit schönen Schützenanekdoten „gespickte“ Messe gelesen hatte.


Spielmannszug Barlo spielt seit 75 Jahren in Stenern

Zur Überraschung der Schützenbrüder hatte auch der Spielmannszug aus Barlo noch einen schönen mit blauen, weißen und grünen Röschen verzierten Kranz an den Eingang des Vorzeltes angebracht. Dieser symbolisierte die 75-jährige Zusammenarbeit zwischen der Schützengilde und den Spielleuten aus Barlo. Seit 1951 begleiten diese nun schon die Hubertusschützen, u.a. wenn Sie zu ihren Königspaaren ziehen und darüber hinaus auch viele Verbindungen pflegen. In einer Rede der Spielmannszugsvorsitzenden Yvonne Lensing wurde diese gute und langjährige Beziehung mit herzlichen Worten gewürdigt, bevor der Schützenzug dann von den in blauweißer Uniform gekleideten Musikern zum König geleitet wurden.

Der noch amtierende König Felix wartete mit seiner Königin Greta schon an seinem Wohnsitz am Holtwicker Bach (Straßenname) – gar nicht weit entfernt von der Festhalle. Bei Ankunft lud dieser seine Schützenbrüder natürlich zu einem Umtrunk ein, den diese bei herrlichem Sonnenschein auf dem schön hergerichteten Platz genossen. Da wurde vermutlich auch schon spekuliert, wer sich alles in Stellung gebracht hat, um die Nachfolge von Felix anzutreten.

Und so musste der Zug auch schon bald wieder aufbrechen, um rechtzeitig auf dem Schulhof der Liebfrauen Grundschule einzuziehen. Hier warteten nämlich schon die Besucher und Ehrengäste auf den Beginn des nächsten Höhepunktes unserer Festfolge – dem Vogelschießen.


Bürgermeister übernimmt kurzzeitig Strafe für „flüchtigen“ Kurze-Hose-Träger

Nachdem Major Dirk Nienhaus den zwischenzeitlich wie immer scheinbar noch weiter gewachsenen Schützenzug das Halt befohlen hatte, nutzten Bürgermeister Christian Mangen und Pfarrer Rafael van Straelen die Gelegenheit, Grußworte an den Verein zu richten und ihre Gastgeschenke zu überreichen. Zuvor war dem Major noch zu Ohren gekommen, dass einige Schützen sich unterwegs unerlaubt von der Truppe entfernt hatten bzw. gegen die Kleiderordnung (Langhosenpflicht) verstoßen hatten. Dafür wurden sie wie immer kurzerhand mit obligatorischen Liegestütz vor der gesamten Mannschaft sanktioniert. Da der Mutige in kurzen Hosen sich nun auch noch aus dem Staub gemacht hatte, musste improvisiert werden, damit in jedem Fall eine Entlastung der Zugführung erreicht werden konnte. Eine Lösung war schnell gefunden: und so nahm unser Bürgermeister nach etwas „Zusprache“ die Strafe des Flüchtigen vorerst auf sich. Der Reuige hatte später Gelegenheit zur „Versühnung“ an der Theke durch Spendieren von reichlich Kaltgetränk an Hr. Mangen – somit am Ende ein Gewinn für alle Beteiligten.

Pünktlich gegen 14 Uhr konnte nach dem obligatorischen Vaterunser-Gebet mit den Ehrenschüssen auf den Vogel mit dem Wettkampf um die Königswürde 2026 begonnen werden. Der vom amtierenden Königspaar schön dekorierte Adler, verlor aber schon in kurzer Zeit bzw. nach 60 Schüssen seine natürliche Form und die begehrten Trophäen. Besondere Jagd galt dabei den teilweise künstlerisch bemalten Flügeln, die auch nahezu im Ganzen durch gekonnte Schüsse abgelöst wurden. (Siehe auch Gewinner der Schiesspreise unten!)


Präsident Jürgen Lösing setzt sich gegen 3 Schützen im Finale durch

Nach gut 2 Stunden war es dann um die Stabilität des verbliebenen Holzklumpens geschehen und die Schießmeister zeigten an, dass es ins Finale gehen würde. Die ernsthaften Anwärter wurden daraufhin um Ihre Präsenz im Schießzelt vor der Stange gebeten. 4 Schützen hatten sich hier schnell eingefunden, darunter auch unser Präsident, der 53 jährige Jürgen Lösing, und es konnte mit dem mit Spannung erwarteten „Endspiel“ begonnen werden.

Nach und nach gaben die Aspiranten mehrere und allesamt gut platzierte Schüsse ab und setzten dem früheren Vogel so weiter zu, bis Hannes Hüning beim 164. Schuss den verbliebenen Rumpf endlich in Bewegung brachte, aber dennoch nicht ganz zerlegen konnte. Somit war Jürgen Lösing an der Reihe. Folglich ging er ans Schrotgewehr, er löste mit einem versierten Treffer den noch verhältnismäßig fest sitzenden Rest vom Eisen und ein noch stattliches Stück Holz ging krachend zu Boden. Jubel. Der siegreiche Präsident riss die Arme hoch und ließ sich von den versammelten Schützen feiern.


Anke Knuf zur Königin gewählt – Hannes Hüning Vizekönig

Der erst 19 jährige Hannes Hüning gehörte als neuer Vizekönig zu den ersten Gratulanten. Die Besucher und Schützenbrüder, die das spannende Rennen hinter der Absperrung verfolgt hatten, strömten nun auch zum Schießstand, um den neuen König zu umarmen und zu feiern. Viel Zeit blieb ihnen dabei nicht, denn der Lösing hatte zusammen mit den Adjutanten, seiner erwählten Königin Anke Knuf an Ihrem Wohnort die traditionell formale Aufwartung zu machen. Und noch während diese Zeremonie in entsprechender Abgeschiedenheit abgehalten wurde, begann mit Besuchern und Schützen an der Vogelstange die bekannte Ausklang-Party, die erst bei Dämmerung ein Ende finden sollte.


100 jungen und Mädchen beim Vogelschießen für Kinder am Familiensonntag

Der folgende Sonntag galt wie immer der Familie. Der in diesem Jahr wegen Baumaßnahmen an den Gebäuden der Grundschule etwas anders hergerichtete Platz hinter der Mehrzweckhalle war gefüllt mit Groß und Klein. Für die Kinder gab es ein Vogelschießen, bei dem über 100 Jungen und Mädchen um die Würde des Kinderkönigs bzw. -Königin ringen durften. Wie immer ging es mit einer Armbrust auf einen Vogel aus Hartschaum. Die Vogelstange für die Kinder stand dabei übrigens fast an der Stelle, an der bis 2023 immer die große Stange am Samstag gestanden hatte. Am Ende dieses Wettbewerbes hatte Helge Zingel seine Nase vorn. Zur Königin wählte er seine Schwester Thea.

Das Organisationsteam der Fahnenoffiziere um Matthias Pesenacker hatte für den Veranstaltungsteil ganze Arbeit geleistet: auf dem Schulplatz war erneut eine Hüpfburg aufgebaut worden und ein Anhänger mit Spielgeräten stand ebenfalls bereit. Dieser wurde von den Jüngsten gerne genutzt – auch während sie warten mussten bis sie wieder mit dem Schießen an der Reihe waren.


Elke Lösing und Steffi Knuf sind die Throndamen

Traditionell endet der Familientag mit Parade und Proklamation auf dem Schulhof und anschließendem Krönungsball. Fast pünktlich traten die Schützen entsprechend vor der Halle an, um gemeinsam mit ihrem neuen König auf den Schulplatz der Grundschule zu ziehen. König Jürgen wollte sich mit seiner Königin Anke bei den Vereinsmitgliedern und Besuchern erstmalig samt Throngefolge präsentieren. Und nachdem der Schriftführer Lukas Teklote die Ansprachen samt aller Ehrungen vor den in Reih und Glied stehenden Schützenbrüdern gehalten hatte, wurde der Thron endlich vorgestellt: das Königspaar hatte Elke Lösing und Steffi Knuf als Throndamen gewählt. Festlich gekleidet zeigte sich die gesamte Throngesellschaft in den Ehrentänzen bevor es gefolgt von den Schützen wieder zurück in die festlich geschmückte Halle ging, um dort den Thronball für alle Mitglieder und Gäste zu eröffnen.

Um ca. 19:00 bat dann die Liveband Take5 den stark besetzten Thron auf die Tanzfläche und lud auch die ganze Festgesellschaft dazu ein, mit den vielen Anwesenden diesen Höhepunkt auf dem Krönungsball zu zelebrieren. Das Königspaar genoss diesen Moment inmitten der vielen fröhlichem Menschen sichtlich und ließ sich umringt von den Offizieren im Tanzen feiern – wahrlich herrlich.

Ein Montag mit langen Märschen

Mit dem Montag wird die Schützenfestsaison in Stenern protokollarisch beendet. An diesem vierten und letzten Tag ziehen die Schützen zu Ihrer Königin, um diese dort im Rahmen eines Umtrunks abzuholen. Der Hof Nienhaus an der Winterswijker Straße war dazu besonders einladend geschmückt worden – hierzu hatten auch traditionell die Nachbarn beigetragen und die lange Hofeinfahrt mit Maien gesäumt, in denen bunte Bänder flatterten.

Die gut 120 anmarschierten Schützen hatten die etwa 2,7 km lange Strecke gut überstanden, waren aber auch froh, bei Ankunft endlich ihren Durst stillen zu können. So verlebten sie gut eineinhalb gemütliche Stunden bevor der Major alle wieder zum Rückmarsch antreten ließ. Schließlich war der Rückweg auch bei etwas anderer Route ähnlich weit und es stand noch einiges auf dem Programm.


Fahnenschwenker schwenken zu siebt

Nach Ankunft auf dem Schulhof stand ein weiter wichtiger Höhepunkt an. Die schon in 2025 neu gewonnenen Fahnenschwenker wollten nun mit inzwischen 7 Fahnen ihr Können erneut unter Beweis stellen. Dies gelang ihnen prächtig und sie genossen es sichtlich, nach ihrer fehlerlosen Schwenk-Choreografie unter tosendem Applaus bei König und Königin ihre persönlichen Glückwünsche aussprechen zu dürfen. Das Team ist im Kreis von Vorstand und Offizieren inzwischen voll angekommen und leistet dem Verein dort einen großartigen Dienst in Organisation und Präsentation.

Jeder am Schützenfest interessierte Mensch in Stenern weiß, dass mit dem Fahnenschwenken auf dem Schulhof das Ende des gesamten Festes nahe ist. Und mit diesem Bewusstsein zogen dann auch sicherlich die in 2 Zügen aufgeteilten Schützen ein letztes Mal in die Festhalle ein. Doch in diesem Jahr war dies nicht nur die letzte Parade des Schützenfestes sondern auch die aller letzte Meldung die Major Dirk den Schützen in Stenern befehlen würde(..). Aber eins nach dem andern.


Feldwebel überlistet listigen Major im finalen „Scharmützel“

Traditionell ist der Moment nach der letzten Meldung an das Königspaar geprägt durch ein „Scharmützel“, dass sich Major und Feldwebel zur Belustigung der Schützen und Gäste in der Festhalle liefern. Hier hatte sich Dirk nun zum Abschied einen „scheinbar“ gewieften Plan ausgedacht und wollte seinen Feldwebel und designierten Nachfolger auf dem Majorsposten Tenne damit überraschen und verwirren, dass beim Einzug des zweiten Zuges die Festhalle komplett geräumt ist. Er ließ also einfach den ersten Zug gleich wieder durch die Hintertür aus der Halle herausmarschieren. Doch er hatte sich wohl mit der Schlagfertigkeit seines Feldwebels verrechnet. Dieser hatte seinen Zug bei Eintreffen prompt bis auf den Thron marschieren lassen. Von dort aus winkten sie dem ersten Zug, der die Halle zum erneuten Einmarschieren leider umrunden musste, aus den großen Fenstern feixend zu – schon mit einem „Kühlen“ in er Hand und sehr zur Belustigung aller. Fazit für den Major: versuche besser keinen Feldwebel, den Du selbst angelernt hast zu überlisten – er wird deine Tricks schon kennen.:-).

Und so ging das Schützenfest in Stenern am Montag auch schon in sein Finale. Nachdem alle Gäste auf die proppenvolle Thronempore hochgespielt waren, konnte der große Abschlussball beginnen. Die Band Take5 verwandelte die Tanzfläche mit tollen Partymedleys und einem Mix aus Rock und Pop zu einem Hexenkessel, der bestenfalls noch von den recht hohen Lufttemperaturen in der Halle vom Überkochen abgehalten wurde.


Ein schönes und friedvolles Fest ist Geschichte

Somit: Ein schönes Fest mit einem tollen Königspaar und vielen fröhlichen Schützen und Besuchern, die friedlich und im Einklang von Jung und Alt sowie Einheimischen und Auswätigen gefeiert haben, ging wieder einmal zu Ende. Wir vom Vorstand sind ALLEN Beitragenden zu großem Dank verpflichtet.

Wir wünschen uns, dass es auch in 2027 genau so weitergeht und es wieder heißt: SCHÜTZENBRÜDER, ANTRETEN!

Danke!

Der Vorstand

P.S. : Wie immer hat unser Fotograf Dieter Müller viele Festmomente in Bildern festgehalten. Schaut gerne mal in unsere Fotogalerie! Wir freuen uns.


Die Gewinner der Schießpreise

Kopf und Krone: Jan Teklote
Linker Flügel: Christof Rülfing
Rechter Flügel: Eric Benzel
Schwanz: Max Niehaves
Zepter: Henrik Schlebes
Reichsapfel: Vincent Vorell

Berthold Terodde

Technik, Medien

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